Am Samstag, den 13.06.2026, machten sich interessierte Mitglieder des TRB auf nach Bad Dürkheim in das Kyūdōjo des Haku un Kan, das „Haus der weißen Wolke“. In einem fünfstündigen Einführungskurs hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, unter Anleitung erfahrener Trainer und Trainerinnen den japanischen Langbogen (Yumi), die Pfeile (Ya) und die traditionelle und meditative Schießtechnik kennenzulernen. Nach einer anschaulichen Einführung von Dojoleiter Fritz Eicher übten die Teilnehmenden zuerst den richtigen Stand und die richtige Körperhaltung, den Bewegungsablauf des Pfeils und den des Bogenspannens mittels Übungszwillen. Zum großen Abschluss durften alle Teilnehmenden die einzelnen Komponenten zusammenbringen und in vereinfachter Ausführung den Ablauf bis hin zum Abschießen eines Pfeils durchlaufen. Kyūdō – Der Weg des Bogens als Meditation in Bewegung. Anders als im westlichen Bogensport steht nicht das Treffen des Ziels im Mittelpunkt, sondern die harmonische Verbindung von Körper, Geist und Technik. Das Schießen wird als Übungsweg verstanden, der Konzentration, Achtsamkeit und innere Ruhe fördert. Zentral für das Kyūdō sind die acht Schritte des Schusses (Hassetsu).
Sie bilden einen festgelegten Bewegungsablauf, der mit dem Betreten des Schießplatzes beginnt und erst nach dem Lösen des Pfeils endet:
- Ashibumi – Ausrichten der Füße
- Dōzukuri – Aufbau der Körperhaltung
- Yugamae – Vorbereiten von Bogen und Geist
- Uchiokoshi – Anheben des Bogens
- Hikiwake – Gleichmäßiges Ausziehen
- Kai – Voller Auszug und Sammlung der Energie
- Hanare – Natürliches Lösen des Schusses
- Zanshin – Fortdauernde Präsenz und Aufmerksamkeit nach dem Schuss
Jeder dieser Schritte wird bewusst und ohne Hast ausgeführt. Die Schützinnen und Schützen richten ihre Aufmerksamkeit auf Atmung, Haltung und Bewegung. Dadurch entsteht eine meditative Qualität: Der Geist konzentriert sich vollständig auf den gegenwärtigen Moment, während äußere Ablenkungen in den Hintergrund treten. Vielen Dank an Fritz Eicher und sein tolles Team für diesen spannenden und anspruchsvollen Tag. Es war ein besonderes Erlebnis, diese andere Art der Kampfkunst in dem eigens dafür erbauten und liebevoll eingerichteten Dojo erleben zu dürfen.








